Fantasyliteratur

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Momentan herrscht einmal mehr Fantasy Hochkultur. Neben dem DVD Start des zweiten Teils der Hobbit Verfilmung, feierte auch die vierte Staffel der hochgelobten Serie „Game of Thrones“ Premiere. Der immense Erfolg alleine dieser beiden Beispiele zeigt, dass mythische Welten, fremde Wesen und spannende Geschichten nicht nur bei Nerds und Rollenspielern beliebt sind.

In der Literatur gehört die Fantasy schon seit langer Zeit zum festen Inventar, auch wenn die Anfänge kaum einen ernstzunehmenden Stand bei Kritikern und Literaturwissenschaftlern hatten.Als zu seicht, zu klischeebeladen und vor allem zu kitschig werden die ersten Geschichten rund um Schwerter und Drachen eingeordnet. Das ganze geschieht nicht ganz zu Unrecht, denn die sogenannte „Low Fantasy“, wie es zum Beispiel „Conan, der Barbar“ ist, besteht vor allem aus Stereotypen und einfachen Geschichten, die hauptsächlich der leichten Unterhaltung des Lesers dient. Erst mit dem Erscheinen des Jahrhundertepos „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien wird die „High Fantasy“ geboren, also das tiefergehende und ernstzunehmendere Pendant. Hier handelt es sich um teilweise sehr komplexe Geschichten mit massenhaft ausgearbeiteten Charakteren, die in einer detailreichen (und häufig liebevoll mit eigener Geschichte und Mythologie ausgestatteten) Welt spielen.

Viele dieser Geschichten sind im wahrsten Sinne des Wortes so episch, dass die Handlung nicht in einem einzigen Roman zum Abschluß gebracht wird, sondern Teil einiger der beeindruckendsten Serien aller Zeiten sind. Dabei gibt es ganz verschiedene Herangehensweisen an phantastische Erzählstoffe. Während Mittelerde und die Ringsaga den Archetypen von exotischen Rassen, gewaltigen Schlachten und dem klassischen Gut gegen Böse Stoff darstellt, ist „Die unendliche Geschichte“ zum Beispiel deutlich einer jüngeren Zielgruppe zugewendet. Mit Terry Pratchett gibt es gar einen Autor, der das Genre Fantasy auf seine ureigenste Weise aufs Korn nimmt. In den Romanen der Scheibenwelt bedient er sich bei allen gängigen Klischees und überreizt sie zu einem spannenden humoristischen Potpourri, das seines gleichen sucht.

Auch an modernen Vertretern mangelt es dem Genre nicht. Durch Reihen wie „Harry Potter“ haben sich beispielsweise ganze Generationen der phantastischen Literatur zugewandt. Kinder sind gemeinsam mit dem jungen Zauberschüler aufgewachsen und fanden teilweise sogar erst einen wirklichen Zugang zum Lesen. Das andere moderne Phänomen ist George R.R. Martins Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“. In der mehrteiligen Serie geht es um ein verwinkeltes Mächtespiel diverser Häuser um den Thron von Westeros. Die dabei verwendete Stilistik ist brutal, detailreich und von der Attitüde dem Mittelalter angelehnt. Klassische Fantasy Elemente kommen im Vergleich nur rudimentär vor, dagegen ist die Beschreibung der Abläuft in dieser Welt mit all ihrer Grausamkeit beispiellos. Nicht zuletzt deswegen und wegen der bunten, vielschichtigen Charaktere, lässt sich insbesondere auch der Erfolg der Verfilmung als „Game of Thrones“ erklären.

Eben weil das Genre so vielschichtig ist, sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Die fremden und faszinierenden Welten üben auf den Leser einen ganz besonderen Reiz aus, und durch die oftmalige Länge der Geschichten, baut sich eine derart intensive Beziehung zur Umgebung und den Protagonisten auf, die man aus anderen Sparten der Literatur so wohl nicht kennt. Die Checkliste Die besten Fantasy Romane gibt einen Überblick über die spannendsten, erfolgreichsten und wichtigsten Reihen und Romane der phantastischen Erzählung und sind dennoch nur ein minimaler Einblick in diese Facettenreiche Rubrik des Geschichtenerzählens. Vielleicht findet der Ein oder Andere ja noch einen kleinen Geheimtipp, den er bisher noch nicht auf dem Schirm hatte.

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