Mutproben im Alltag

Der Mensch an sich ist ein Gewohnheitstier. In gewisser Weise sträuben wir uns vor neuen Einflüssen, Ideen und ungewohnten Verhaltensweisen. Alles was wir tun, haben wir in gewisser Weise vorausgeplant. Dabei vermeiden wir es – wie selbstverständlich – uns in für uns unangenehme Situationen zu bringen.

Dabei sind es gerade diese kleinen Selbstüberwindungen im Alltag, die uns zwar nicht unbedingt zu einem besseren Menschen machen, aber immerhin ein Stück an unserer Persönlichkeit feilen lassen. Denn gerade die Selbstüberwindung etwas zu tun, was einem an sich unangenehm ist, lässt einen über sich hinaus wachsen und ganz neue Erfahrungen machen.

Nicht alles davon ist wichtig, nicht alles davon hat einen tieferen Sinn – aber alleine die Tatsache und Freude daran, über sich selbst hinauszuwachsen, kann einen mächtig stolz machen. Wie wäre es denn damit zum Beispiel einfach mal einem wildfremden Menschen eine Freude mit einem Kaffee zu machen, wenn er aus einem Zug aussteigt? Oder das schöne Mädchen aus der S-Bahn einfach mal anzusprechen? Wieso nicht einfach mal seine Meinung sagen, ohne sich dafür zu schämen?

Aber auch tiefere Ängste zu überwinden kann viel zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Wieso sich nicht mit Höhenangst dazu durchringen auf einer Aussichtsplattform zu spazieren? Wieso nicht einfach die Spinnenphobie durch das Anfassen einer Spinne besiegen?

Dies alles sind kleine Mutproben, die man im Alltag ganz leicht absolvieren kann. Es geht dabei nicht darum Anderen etwas zu beweisen, sondern nur sich selbst – im besten Falle erkennt man ganz neue Seiten an sich, die man vorher nicht vermutet hätte. Die Checkliste Dinge, die man im Leben getan haben sollte beinhaltet zwar keine Mutproben im klassischen Sinn, gibt jedoch sicherlich auch Anregungen über Tätigkeiten, die für jeden persönlich eine Überwindung sein können – und an denen man wachsen kann.

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