Promis als Vorbilder

Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass sich vor allem Heranwachsende bestimmte Idole oder Vorbilder suchen. Vor allem im frühen Jugendalter werden Personen als Projektionsfläche herangezogen, um sich selbst eine bestimmte Identität zu geben.

Durch die mittlerweile multimedial verwachsene Welt hat sich allerdings im Lauf der Zeit eine Veränderung der Art der Vorbilder ergeben. Wo früher noch in der Familie, bei den Verwandten oder im Freundeskreis nach Vorbildern gesucht wurde, sind es heute vor allem die Stars und Sternchen, die als Idole dienen.

Und klar – sie werden vor allem durch die populären Massenmedien als eine ganz begehrenswerte und außergewöhnliche Spezies dargestellt, bei denen man gut daran tut ihnen nachzueifern. Dabei gibt es allerdings diverse kleinere Unterschiede bei der Auswahl von Idolen.

Die konservativen Idole sind dabei vor allem Persönlichkeiten, die sich durch besondere Leistungen hervortun – am besten passen in diese Kategorie wohl Sportler. Bei ihnen rührt die Faszination vor allem daher, dass sie durch Anstrengung und besondere Leistung zu den Besten ihrer Art gehören. Sie haben aber einen vergleichweise „normalen“ Lebensstil.

Anders verhält es sich oft bei Musikern oder Schauspielern. Diese legen oft einen exzentrischen Lebensstil an den Tag und erwecken die Faszination vor allem daraus, dass man sich mit dieser Lebensweise identifiziert, oder zumindest stilistisch etwas damit anfangen kann. Gerade in der Teenagerzeit sind Jugendliche auf der Suche nach Identität und einer gewissen Zugehörigkeit – viele orientieren sich dann dabei an bekannten prominenten Persönlichkeiten, denn die gelten als „cool“ und „stilsicher“. Doch auch das Gegenteil ist möglich – eine bewusste Abgrenzung von der Masse durch das Huldigen von Ikonen der Gegenkultur – Kurt Cobain, James Dean – Außenseiter, die nicht wirklich in die klassische Gesellschaft passen, oder angepasst sein wollten. Auch politische Größen können zu Idolen aufgewertet werden – Che Guevaras Antlitz blickte wohl von so mancher Jugendzimmerwand.

Generell stellt sich dann natürlich die Frage, inwiefern Idole oder Vorbilder für Jugendliche in Ordnung sind. Natürlich ist das grundsätzlich schwierig zu beantworten. Personenkult ist ein schmaler Grat – allerdings schadet es kaum, wenn man Fan von bestimmten Prominenten ist. Kritischer wird es eher, wenn es sich bei den Verehrten Persönlichkeiten um problematische Individuen handelt, oder sich eine gewisse Obsession breit macht.

Ein bisschen schwärmen ist jedoch ok, und schließlich gibt es auch positive Vorbilder – gerade Stars, deren Image nicht nur auf Provokation aufgebaut ist, achten mittlerweile auch seht stark auf ihre Außenwirkung. Zudem beweisen Studien, dass Jugendliche ziemlich gut und reflektiert über Prominente und deren Wirkung urteilen können.

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