Was steht einem zu? Rechte des Arbeitnehmers

Auch wenn man sich in seinem Job sicher bewegt, stoßen doch die meisten wenn es um das Thema Arbeitnehmerrechte geht, an ihre Grenzen. Das ist nicht verwunderlich, sind doch viele der relevanten Themen eher undurchsichtig – und juristische Themen gelten sowieso als eher schwerverständlich und trocken. Sagt der Arbeitgeber also bei bestimmten Themen „Nein“, so lässt man als Arbeitnehmer oft ab und denkt, dass man im Zweifel eh am kürzeren Hebel sitzt.

Dem ist aber nicht immer so. Eine gewisse Grundübersicht über die Rechte, die jeder Arbeitnehmer besitzt, ist nicht verkehrt. Ein klassischer Streitfall sind dabei die Überstunden. Diese müssen laut Gesetz nur geleistet werden, sofern sie in Tarif- oder Arbeitsvertrag festgelegt sind. Ist nichts dergleichen festgeschrieben, gilt, dass der Arbeitnehmer nur in absoluten Notsituationen (im Zuge der Treuepflicht zwischen den Vertragspartnern) dazu verpflichtet ist, Überstunden zu leisten. Dabei gilt aber keine Willkür, sondern nur „Gefahr im Verzug“ – also unmittelbare Auswirkungen auf den Betriebsablauf, wie zum Beispiel, dass ein Feuer die Warenbestände zu vernichten droht, oder Ähnliche schwerwiegende Fälle.

Zweiter Streitpunkt ist das Teilzeit Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber hat sich generell an die vertraglich festgelegte Arbeitszeit zu halten, ganz besonders dann, wenn die Teilzeitbeschäftigung auf Wunsch des Angestellten zustande gekommen ist. Geht es darum, dass der Arbeitnehmer seinen Nachwuchs von der Kita abholen muss, dabei aber mit eventuell verlangten Überstunden in Konflikt kommt gilt, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich auf „schutzwürdige familiäre Belange“ Rücksicht nehmen muss. Das Gesetz sieht generell eine gewisse Rücksichtnahme auf den Arbeitnehmer im Zuge der schon angesprochenen Treuepflicht vor.

Muss sich ein Arbeitnehmer um sein krankes Kind kümmern, kann der Arbeitnehmer (sofern er gesetzlich versichert ist) Krankengeld fordern. Der Arbeitgeber muss den Mitarbeiter dann bei Vorlage eines ärztlichen Attests freistellen, wobei das Krankengeld den Lohnausfall kompensieren soll. Dabei gilt ein Maximum von zehn Tagen pro Jahr und Kind für den Arbeitnehmer. Wer allerdings privatversichert ist, genießt dieses Recht nicht – hier muss separat mit dem Arbeitgeber verhandelt werden.

Gleiches Recht für alle Arbeitnehmer gilt es in Fragen des Urlaubsanspruchs und der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Da spielt es dann keine Rolle, ob man Vollzeit-, Teilzeit- oder als Mini Jobber angestellt ist.

Außerdem gibt es für den Arbeitnehmer das Recht auf freie Meinungsäußerung – in diesem Fall ist jedoch auf die Belange von Arbeitgeber, Kunden und Vertragspartnern Rücksicht zu nehmen. Aufpassen muss man zudem bei einer Verschwiegenheitserklärung. Es gibt ein Recht auf Gleichbehandlung – also generell gilt: bei gleicher Leistung eine gleiche Vergütung, vor allem auch im Direktvergleich der Geschlechter oder bei Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. Des weiteren hat jeder Arbeitnehmer das Recht in seine Personalakte zu blicken. Nach einer Kündigung steht jedem Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis zu. Noch im Betrieb hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf Pausen, und außerdem nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit (6 Monate im Normalfall) das Recht auf Kündigungsschutz.

In der Checkliste „Arbeitnehmerrechte“ findet Ihr noch einmal eine Übersicht über die wichtigsten Rechte eines jeden Arbeitnehmers. Vielleicht hilft sie ein wenig Licht ins Dunkel des Paragraphendschungels zu bringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.